Regierungskommissariat für die Provinz Bozen

Der “Herzogspalast”

Der Herzogspalast, heute Sitz des Regierungskommissariats, wurde 1932 von dem Architekten Ferdinando Forlati, Konservator der Provinz Triest, für den Herzog von Pistoia des Hauses Savoyen, Filiberto Ludovico Massimiliano, dem Zweitgeborenen des Herzogs von Genua, Tommaso und Prinzessin Isabella Luise aus Bayern errichtet.

Das Bauwerk wurde auf der ehemaligen Villa Wendlandt neu aufgebaut. Diese war 1872 von dem Münchner Architekten, Gottfried von Neureuther für die aus einer einflussreichen Hamburger Unternehmerfamilie stammende Wilhelmine Ottilie Wendland erbaut worden.

Das Bauwerk des Forlati ist geprägt von klassizistischem Einfluss, nur wenige dekorative Elemente unterbrechen die Nüchternheit des Gesamtbaus. Mit seiner streng römischen Art ob seiner Außen- und Innengestaltung ist es ein Unikum und Kleinod, eines der interessantesten Gebäude im Stil des italienischen „Novecento“.

Auch die Innenausstattung besticht durch die besondere Qualität der Artefakte: wertvolle Einrichtung, Wandverkleidungen, Fußbodenbelag mit verschiedenen Marmorsteinen aus rotem, gelbem, schwarzem, belgischem, antikem imperialgrünem Marmor, weißem Cipollin und Apauaner Marmor, Hölzer mit schönen Einlegearbeiten, Riesengemälde berühmter Künstler. Darunter Malereien aus der Hand von Palma il Giovane, Gemälde von Basilio und Tommaso Cascella, Freskogemälde von Pino Casarini, Bilder des Francesco Maffei, des Giovacchini, des Siniscalchi und des Antonio Simeoni.

Die Herzöge von Pistoia bezogen die „Villa Roma“ am 28. Oktober 1932 und logierten dort bis Herbst 1942, als die Herzogin Lydia von Arenberg in der Schweiz Zuflucht suchte und der Herzog Filiberto von Pistoia, im Vorfeld der italienischen Kapitulierung, den Herzogspalast verlassen musste.

Zwischen September 1942 und Mai 1945 besetzten die SS unter dem SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Friedrich Otto Wolff den Palast. Während dieser Zeit verhandelte er die Kapitulation mit dem US- Vertreter in der Schweiz. In den nachfolgenden 13 Jahren, zwischen 1945 und 1958, wurde für den Herzogspalast keine Verwendung mehr gefunden.

1958 beschloss die Regierung den ehemaligen “Königspalast” als Sitz des Vize-Regierungskommissärs zu verwenden. 1972 wurde der Herzogspalast schließlich Sitz des Regierungskommissariats.
letzte Aktualisierung am 21/06/2012 um 15:19:17


 
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